14 Diemeltal und Königsseite

Beeindruckende Natur kombiniert mit Mythen und Sagen: Im Diemeltal bei Marsberg umgeben den Fluss noch Wälder mit ursprünglichem Charakter und reich strukturierte, naturverträglich bewirtschaftete Hänge.

Wiemecke-Hang (Werner Schubert)
Wiemecke-Hang (Werner Schubert)

Natur und Kultur Hand in Hand

Aus Hessen kommend durchfließt die Diemel Nordrhein-Westfalen, bis sie in die Weser mündet. Ein besonders schöner Abschnitt des Diemeltals in Südwestfalen liegt bei Obermarsberg. Unterschiedliche Typen naturnaher Laubwälder haben sich in enger Nachbarschaft am steilen Westhang des Eresberges, der sogenannten Königsseite, unterhalb der Stadt entwickelt. Mehrstämmige, knorrige Hainbuchen, die durch frühere Niederwaldnutzung entstanden sind, fallen ins Auge. Hier rankt die Gewöhnliche Waldrebe, eine Verwandte der Gartenpflanze Clematis, hoch in die Bäume. An schattigen Felsen finden sich neben Moosen, Flechten und Farnen auch Gefäßpflanzen wie das Aufgeblasene Leimkraut, die Weiße Schwalbenwurz und die Große Fetthenne, alle mit weißen bis grünlich-gelben Blüten.

Den Hang hinauf werden die Wälder zunehmend von Buchen dominiert. Am Waldboden wachsen je nach Jahreszeit Waldmeister, Leberblümchen, Vielblütige Weißwurz oder Gefleckter Aronstab. Neben den schattig-kühlen Buchen- und Schutthangwäldern gibt es auch von Natur aus waldfreie, felsige und besonnte Stellen, wie zum Beispiel den „Rittersprung“. Die wärmeliebenden Waldtypen in der Umgebung werden von Traubeneichen dominiert. Die enge Verzahnung solch gegensätzlicher Standorte macht das Gebiet nicht nur für seltene Pflanzen, sondern auch für Tierarten wie dem Kolkrabe, der Hohltaube und dem Schwarzspecht zu einem wertvollen Lebensraum.

Bewohner des Offenlandes

Der Gute Heinrich, eine heute selten gewordene alte Dorfpflanze, wächst auf der „Obermarsberger Viehweide“ am Calvarienberg. Die mit Gebüsch durchsetzte Gemeindeweide (Allmende) von Obermarsberg mit Magerweiden und Magerrasen („Auf der Wiemecke“) hat durch ihre strukturelle Vielfalt große Bedeutung für viele Arten und ist ein landschaftsästhetisches Highlight. Hier pflegt die alte Rinderrasse „Rotes Höhenvieh“ die Flächen. Regelmäßiger Brutvogel ist hier der Neuntöter. Sie können das auffälligere Männchen oft auf einem erhöhten Ausguck sitzend entdecken oder Sie hören die Bettelrufe der Jungvögel, die auf Futter warten. Von exponierten Stellen trägt der Baumpieper seinen Fluggesang vor und es ertönt der charakteristische Ruf der Goldammer. Zahlreiche seltene oder gefährdete Insektenarten besuchen die bunten Blüten von Arten wie Gefingerter Lerchensporn, Wiesen- Schlüsselblume, Stattliches Knabenkraut, Wiesen-Storchschnabel und Färber-Ginster.

 

Ansprechpartner: Biologische Station Hochsauerlandkreis

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