20 Hunau

Der bis zu 818 Meter hohe Bergrücken Hunau stellt eine der höchsten Erhebungen Nordrhein-Westfalens dar. Neben großen Laubholzbeständen finden sich hier auch zwei der im Sauerland seltenen Moore.

Nasse Wiese (Katharina Wrede)
Nasse Wiese (Katharina Wrede)

Moore, die Schatzkisten der Hunau

Im Herzen des Sauerlandes erhebt sich die Hunau zwischen den Ortschaften Siedlinghausen im Nordosten und Bad Fredeburg im Südwesten auf etwa 14 Kilometern Länge. Im Naturschutzgebiet „Hunau–Langer Rücken–Heidberg“ findet man ausgedehnte Buchenmischwälder mit kleinen Schluchtwäldern, naturnahen Quellen, kleinen Bachläufen und Felsen. Besonderheiten sind die beiden mehr als 8000 Jahre alten Hangquellmoore „Nasse Wiese“ und „Rauhes Bruch“, die schon seit 1955 Naturschutzgebiet sind. In den nassen, nährstoffarmen Senken wachsen vor allem Torfmoose. In ihren Polstern schaffen sie eine wassergesättigte, sauerstoffarme und saure Umgebung. Abgestorbene Pflanzenteile werden hier nicht vollständig zersetzt und bauen über Jahrhunderte eine wachsende Torfdecke auf. Hier können nur Spezialisten wie Wollgräser, Fieberklee oder die Moosbeere wachsen, die nirgendwo sonst im Hochsauerlandkreis vorkommt. Mit viel Glück sehen Sie über den Mooren und den darin eingesenkten Gewässern eine Seltenheit unter den Libellen, die Große Moosjungfer. Sie ist im Flug gut an den gelben Abzeichen am Hinterleib zu erkennen. In den Randbereichen gehen die Moore der Hunau in Borstgrasrasen und blaubeerreiche Heidebestände über.

Weitblick, Wald- und Wasserbewohner

Der gesamte Bereich der Hunau ist heute auch Bestandteil des FFH-Gebietes „Hunau, Oberes Negertal, Renautal und Steinberg“, dem durch seine Größe und die räumliche Geschlossenheit eine hervorragende Bedeutung für den Naturraum Rothaargebirge zukommt. Auf der Hunau gibt es noch wertvolle naturnahe Bärlapp-Buchenwälder. Der Sprossende Bärlapp kann sich auf den hageren, nährstoffarmen Böden behaupten. Alte Buchen und ausreichend Totholz bieten dem Schwarzspecht eine gute Lebensgrundlage. Wildkatze und Schwarzstorch führen ein heimliches Leben im Wald. Im Frühjahr flattert an sonnigen Tagen der Nagelfleck, ein tagaktiver Nachtfalter, durch das Unterholz der Buchenwälder.

Am Hunau-Skihang bietet sich Ihnen bei gutem Wetter eine exzellente Sicht auf die Landschaft. Über den Sommer blüht hier der Wiesen-Augentrost, ein Halbschmarotzer. An mehreren Stellen im Gebiet befinden sich angelegte Tümpel und Teiche. Hier leben Amphibien wie Erdkröte und Grasfrosch sowie Berg- und Fadenmolch. Am besten können Sie die Tiere in der Dämmerung während der Hauptwanderzeiten im zeitigen Frühjahr beobachten. Vor allem nach einem warmen Sommerregen kann man auch das sonst nachtaktive „Regenmännchen“, den Feuersalamander, in der Hunau antreffen.

 

Ansprechpartner: Biologische Station Hochsauerlandkreis

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