23 Orketal

Die zahlreichen Fließgewässer sind die Lebensadern des Sauerlandes. Doch Wasser alleine macht noch keinen Bach. Die Orke mit ihrer Vielfalt an Auen- und Bachbewohnern zeigt dies eindrücklich.

Orketal (Axel M. Schulte)
Orketal (Axel M. Schulte)

Zurück zur Natur: Das renaturierte Orketal

Das Orketal grenzt an die Ortschaft Medelon im östlichen Hochsauerlandkreis, die zentral in der Medebacher Bucht liegt. Das über viele Kilometer nahezu unverbaute Bachtal zwischen Medelon und Elkeringhausen ist einmalig im Hochsauerland und bietet einen landschaftlich schönen Anblick: Ein Grünlandtal eingebettet in eine Hügelwaldlandschaft. Die Orke ist ein Mittelgebirgsbach, der im Rahmen des LIFE-Projektes „Medebacher Bucht“ renaturiert wurde: Wehre sind im Zuge dieser Renaturierung entfernt und Bachschlingen an begradigten Stellen angelegt worden. So ist wieder ein idealer Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten entstanden.

Bach-Bewohner und -Anwohner

Das klare, kühle und sauerstoffreiche Wasser der Orke ist Lebensraum für Bachforelle, Groppe und Bachneunauge, allesamt Arten, die besonders hohe Ansprüche an die Wasserqualität stellen. Unter den zahlreichen weiteren Bewohnern des Baches befinden sich auch die Larven der Blauflügel-Prachtlibelle, die bis zu zwei Jahre im sauberen Wasser von Bächen leben, bevor sie als ausgewachsene Tiere ihr Leben an Land bzw. in der Luft verbringen. Typische Vogelarten der Gebirgsbäche sind Eisvogel, Gebirgsstelze und Wasseramsel, die man alle mit etwas Glück an der Orke antreffen kann. Auch der Schwarzstorch findet hier seine Nahrung.

Entlang des Bachlaufes erstreckt sich ein schmaler Auen-Galeriewald, an den sich reich strukturierte Grünländer anschließen. Im feuchten Grünland wachsen Pflanzenarten wie Trollblume und Schlangen-Wiesenknöterich, Großer Wiesenknopf und Kuckucks-Lichtnelke. Das weiße Große Mädesüß und die Kohl-Kratzdistel kommen nur auf den Brachen und an den Wegrändern vor. Auch abseits von Gewässer und Aue gibt es im Orketal interessante Lebensräume, wie zum Beispiel den geologischen Aufschluss, eine etwa halbrunde Grabungsstelle, auf deren Steinen sich bei gutem Wetter die Waldeidechsen sonnen.

 

Ansprechpartner: Biologische Station Hochsauerlandkreis

-