24 Liesetal und Hilmesberg

Ein Mosaik aus Offenland- und Waldlebensräumen macht die Sauerländer Waldwiesentäler aus. Etliche verloren jüngst durch Nutzungsänderung ihre Vielfältigkeit. Im Liesetal dagegen erlebt man sie noch heute.

Liesetal (Werner Schubert)
Liesetal (Werner Schubert)

Komposition der Lebensräume

Liesetal, Wiesental umgeben von Wäldern

Das Naturschutzgebiet Liesetal ist ein landschaftsästhetisch äußerst reizvolles Mittelgebirgstal. Es zieht sich oberhalb der Ortschaft Liesen bei Hallenberg im Süden der Medebacher Bucht als Band artenreicher Wiesen und Weiden etwa 4,5 Kilometer ins bewaldete Rothaargebirge hinauf. Im Frühjahr blüht in den Feucht- und Nassgrünländern des Liesetals ein weiß-hellrosafarbenes Meer aus Wiesen-Schaumkraut, im Wald finden Sie Busch-Windröschen, Wald-Goldstern und Zwiebel-Zahnwurz. Ab Mai kommen im Grünland zahlreiche weitere farbenfrohe Blüten hinzu: Trollblume, Breitblättriges Knabenkraut und Schwarze Teufelskralle. Großflächig blühen Hahnenfuß und Kuckucks-Lichtnelke. Mit viel Glück entdecken Sie auch einzelne Stauden der seltenen Perücken-Flockenblume. Faszinierend ist auch die Ginster-Sommerwurz, ein Schmarotzer, die Sie im Gebiet häufig sehen werden. Anfang September blüht fast im gesamten Tal die gefährdete Herbstzeitlose. Seltene Schmetterlinge wie der Dukaten-Feuerfalter, das Weißbindige Wiesenvögelchen und der Schachbrettfalter nutzen den Blütenreichtum der verschiedenen Lebensräume, die auch Nahrungsgrundlage für ihre Raupen bieten.

Vogelarten des Gewässers sind Gebirgsstelze und Wasseramsel, während der Schwarzstorch hier nur seine Nahrung sucht. Neuntöter und Dorngrasmücke nutzen die Heckensäume, bevorzugt solche mit Dornsträuchern. Im Wald können Sie Grau- und Schwarzspecht antreffen. Gelegentlich lässt sich im Liesetal auch tagsüber Rotwild beobachten. Interessante Einblicke in die Tierwelt der Vergangenheit liefert ein kleiner geologischer Aufschluss im Liesetal, an dem Sie eine Tafel des Geologischen Dienstes informiert.

Hilmesberg, Hüter eines Reliktes

Östlich des Liesetals erhebt sich der 634 Meter hohe Hilmesberg. Unterhalb des Gipfelgrates befindet sich eine der letzten Bergheiden der Medebacher Bucht, die von Niederwäldern umgeben ist. Hier wachsen die drei Charakterarten Heidekraut, Heidelbeere und Preiselbeere. Besonders schön ist dieser Lebensraum im Spätsommer und Herbst, wenn das Heidekraut leuchtend purpurfarben blüht. Vom Gipfel haben Sie einen schönen Ausblick auf das Rothaargebirge und die Medebacher Bucht.

 

Ansprechpartner: Biologische Station Hochsauerlandkreis

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