33 Rübenkamp

Orchideen und Enziane – In der Nähe der Freilichtbühne in Elspe bei Lennestadt liegt ein beeindruckendes Naturschutzgebiet, das mit seinen Wacholderbeständen und Kalkhalbtrockenrasen verzaubert.

Rübenkamp (Antonius Klein)
Rübenkamp (Antonius Klein)

Lebensraumvielfalt rund um Karl May

Nur wenige Meter neben der Freilichtbühne in Elspe, wo jeden Sommer die Karl-May-Spiele stattfinden, befindet sich eine der interessantesten Lebensraumkomplexe des  FFH-Gebietes „Kalkbuchenwälder, Kalkhalbtrockenrasen und –felsen südlich Finnentrop“. Wenn Winnetou und Old Shatterhand hinter den Kulissen auf ihren Einsatz warten, so schauen sie dabei auf einen Teil jenes Lebensraummosaiks, das seine Entstehung der jahrhundertelangen Übernutzung der hier ursprünglich heimischen Kalkbuchenwälder verdankt: Ein von zahlreichen Wacholdern durchsetzter Kalkhalbtrockenrasen, der vor allem im Sommer durch seinen Blütenreichtum viele Naturfreunde in seinen Bann zieht.Das als „Rübenkamp“ bekannte Gelände ist ein markanter Bergrücken an der Einmündung des Melbeckebachs in die Lenne. Zwei Hügelgräber aus der Bronzezeit belegen, dass jener Rücken schon in vorgeschichtlicher Zeit einmal waldfrei war.

Orchideen und anderen seltene Pflanzenarten

Von Mai bis Juli lassen sich vom Weg aus viele Orchideen-Arten bestaunen: Den Anfang macht in jedem Jahr das Mannsknabenkraut. Es folgen Großes Zweiblatt, Grüne Waldhyazinthe, Weißes Waldvögelein, Vogel-Nestwurz und Fliegen-Ragwurz. Im Spätsommer zeigen sich Sumpf-Herzblatt, Echtes Tausendgüldenkraut, Fransen-Enzian und Deutscher Enzian. Weitere wertgebende Arten sind Wundklee, Zittergras, Frühlings-Segge und Gelbes Sonnenröschen. Charakteristisch sind auch der Feldthymian, der im Sommer seinen Duft verströmt sowie die Golddistel, deren harte Stengel mit den daran befindlichen Blüten auch während des Winters oft aufrecht stehen bleiben.
Viele der typischen Pflanzenarten sind nicht nur hervorragend an die trocken-warmen Standortverhältnisse angepasst, sondern auch an die Bewirtschaftungsform, die zu diesem Lebensraumtyp geführt hat, nämlich die jahrhundertelange Beweidung mit Schafen und Ziegen. So entgeht die Stengellose Kratzdistel dem Verbiss, indem sie keinen Stiel ausbildet und ihre Blattrosette eng an den Boden schmiegt. Die Enziane wiederum enthalten Bitterstoffe und werden infolge dessen von den Schafen verschmäht. Ein „Weideunkraut“ ist auch die Herbstzeitlose, deren Blüten im September zahlreich auf einer abseits des Weges gelegenen Teilfläche auftauchen.

Die Schmetterlinge profitieren
Der Blütenreichtum bringt eine vielfältige Schmetterlingsfauna mit sich. Zu den ungewöhnlichsten Erscheinungen zählen Steinklee-Widderchen und Erdeichel-Widderchen, die im Volksmund auch Blutströpfchen genannt werden. Auch Hauhechel-Bläuling, Mauerfuchs, Kleines Wiesenvögelchen, Rotrandbär oder der Kleine Würfelfalter sind hier zu Hause. Zu den Tierarten, die den Lebensraum Kalkhalbtrockenrasen maßgeblich mitprägen, gehört die Gelbe Wiesenameise.
Vor allem im Umfeld der besonnten Felsen am Südrand der Kalkhalbtrockenrasen lässt sich gelegentlich die eine oder andere Zauneidechse sehen.

Ansprechpartner: Kreis Olpe, Untere Landschaftsbehörde

-