38 Großmicketal

Waldschnepfe, Wollgras, Wiesenpieper – Die Feuchtwiesen und Bruchwälder am Oberlauf der Bigge und ihrer Nebenbäche beeindrucken durch eine reichhaltige Flora und Fauna.

Großmicketal (Antonius Klein)
Großmicketal (Antonius Klein)

Fahrradtour durch Feuchtwiesen und Bruchwäder

Mit dem Fahrrad lässt sich die Vielfalt des Oberlaufs der Bigge auf bequeme und unterhaltsame Weise erleben: Dabei hilft der digitale Audio-Guide „Landschaft die ins Ohr geht“, der vom Naturpark Ebbegebirge kostenlos zur Verfügung gestellt wird.
Die Tour ist  rund 25 Kilometer lange Tour und wegen ihrer landschaftlichen Schönheit und ihrer moderaten Steigungsverhältnisse äüßerst beliebt.

Vorbei an fünf Naturschutzgebieten

Den Anfang macht das Naturschutzgebiet Mittagsbrüche, ein großer Feuchtwiesenkomplex, an den sich kleine Ackerflächen anschließen. Das vergleichsweise kleine Naturschutzgebiet Wendequellgebiet bildet eine Art Trittstein auf dem Weg zum Naturschutzgebiet Wiehbruch. Noch vor wenigen Jahren waren weite Teile des Wiehbruchs von Fichtenwäldern bedeckt. Ausgleichsmaßnahmen für den Weiterbau der A 4, Ökokontoregelungen und nicht zuletzt der Sturm Kyrill sorgten dafür, dass sich die hier einst heimischen Torfmoos-Erlenbruchwälder in bewundernswerter Schnelligkeit regenerieren. Vorbei an der Wallfahrtskapelle Dörnschlade geht es ins Naturschutzgebiet Großmicketal, dessen wertvollste Bestandteile auch als „Hünsborner Moor“ bekannt sind und an dessen Unterschutzstellung 20 Jahre gearbeitet wurde. Den Abschluss bildet das Naturschutzgebiet Biggetal mit seiner breiten Aue, in der sich der Fluss noch weitgehend frei entfalten kann.

Interessante Beobachtungen am Wegesrand

Das Naturschutzgebiet Mittagsbrüche ist die Heimat typischer Wiesenvögel und anderer Arten des Offenlandes. Bekassine, Schwarzkehlchen, Feldlerche, Kiebitz, Neuntöter, Raubwürger, Steinschmätzer, Wachtelkönig und Wiesenpieper finden hier Brut-, Durchzugs- und Überwinterungsquartiere. Überdies ist dieser Landschaftsausschnitt ein bevorzugtes Jagdhabitat des Rotmilans. Nicht selten legen hier auch Kraniche bei schlechtem Wetter eine kurze Rast ein.
Im Naturschutzgebiet Großmicketal leuchten im April die Sumpfdotterblumen zu Hunderten aus den Feuchtwiesen. Im Mai und Juni setzen die weißen Fruchtschöpfe des Schmalblättrigen Wollgrases markante Farbtupfer. Dazwischen entfaltet der Fieberklee seine bizarren Blüten. Schlangenknöterich und Kuckuckslichtnelken verbergen das Breitblättrige Knabenkraut. Deutlich sicht- und vor allem hörbar ist dagegen der Wiesenpieper, der sich im April und Mai in die Luft schwingt und laut singend wie ein kleiner Fallschirm wieder zu Boden schwebt. Jahrzehntelang war hier auch die Bekassine bei der Balz zu beobachten, doch zu Beginn der 1990er Jahre nahmen die Bestände wie überall im südwestfälischen Bergland kontinuierlich ab. Auch Braunkehlchen und Rohrammer tun sich seither zunehmend schwerer mit ihrem Bruterfolg.
Die Charakterpflanze des Naturschutzgebietes Biggetal ist das Mädesüß, dessen mandelartiger Duft den Radfahrer im Juli und August begleitet. Eines der bekanntesten Medikamente der Welt, das Aspirin, verdankt dieser Pflanze und ihrer alten lateinischen Gattungsbezeichnung „Spirea“ seinen Namen. Auch ist sie die Haupt-Futterpflanze des hübschen Mädesüß-Perlmutterfalters, Schmetterling des Jahres 2013. Zu den weiteren bemerkenswerten Arten des Schutzgebietes zählen der Große Wiesenknopf und der Heilziest.

Mit dem Museum Wendener Hütte, der ältesten noch erhaltenen Holzkohlehochofenanlage Westeuropas, liegt ein Kulturdenkmal ersten Ranges direkt am Weg.

Ansprechpartner: Kreis Olpe, Untere Landschaftsbehörde

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