43 Ginsberger Heide

Heide, Moor, Borstgrasrasen und Magerwiesen prägen die Ginsberger Heide bei Hilchenbach. Wälder aus Birken, Buchen und Ahorn umrahmen hier die offene Landschaft.

Ginsberger Heide (Ursula Siebel)
Ginsberger Heide (Ursula Siebel)

Heide und Wälder

Die Ginsberger Heide liegt südöstlich von Hilchenbach. Ausgedehnte Wälder mit viel Totholz grenzen an Wiesen, Heiden und Moore - über allem thront die Burgruine Ginsburg. Von der Aussichtsplattform des imposanten Turms haben Sie einen fantastischen Blick auf das Südsauerländer, Siegerländer und Westfälische Bergland. Bei klarem Wetter reicht die Sicht bis zum rheinischen Siebengebirge oder bis zur 103 Kilometer südwestlich gelegenen Hohen Acht in der Eifel.

Achtung: Die Brücke zur Ruine und zum Turm ist bis auf weiteres aus Verkehrssicherheitsgründen gesperrt. Die Vorburg mit der Gastronomie ist nicht davon betroffen.

Die heute wieder von Fichten befreite Ginsberger Heide liegt auf einer teilweise vermoorten Hochfläche, etwa 600 Meter über dem Meeresspiegel. Auf der dicken Torfschicht des Niedermoores wächst stellenweise ein Moorwald aus Karpatenbirken. Der Standort dieser seltenen Waldgesellschaft ist versumpft, extrem sauer und sehr nährstoffarm. Unter den Birken bilden Torfmoose dichte Polster. Auf den Moorwiesen gedeihen das Schmalblättrige Wollgras und das noch seltenere Scheidige Wollgras, beide kann man an den wollig-weißen Fruchtständen erkennen. Auch Sumpfveilchen und das Sumpfblutauge wachsen hier. Die trockeneren Bereiche des Grünlandes sind mit Magerrasen und Borstgrasrasen bewachsen. Entlang der kleinen Quellbäche gedeihen Hochstaudenfluren. Auf den Weidenbüschen können Sie im Sommer mit Glück den Neuntöter sitzen sehen. Auch  Rotmilan, Schwarzspecht oder der seltene Schwarzstorch lassen sich gelegentlich bei der Nahrungssuche beobachten.

Im Buchenwald fallen die zahlreichen abgestorbenen Baumstämme auf. Totholz aus dicken Stämmen und Ästen ist ein wichtiger Lebensraum im Wald. Ein großer Waldbereich nordöstlich der Ruine Ginsburg wurde als Wildniswald ausgewiesen und der natürlichen Entwicklung überlassen. Hier kommen noch viele Tier- und Pflanzenarten vor, die an die Alters- und Zerfallsphase von Bäumen gebunden sind, z.B. zahlreiche Pilze oder Holz bewohnende Insekten. Sie gehören zu den so genannten Urwald-Reliktarten und sind stark gefährdet.

Die Hohlsterzenbachschlucht mit ihrem steil eingeschnittenen nach Nordwesten exponierten und eingekerbten Tal bietet einen besonderen Anblick: In dem kühlen und luftfeuchten Tal steht ein Schluchtwald mit Bergahorn und Esche. Diese beiden Baumarten wachsen in ihrer Jugend so schnell, dass sie die Buche hier überwachsen. Das Wilde Silberblatt bildet im Schluchtwald große Bestände.

Unter http://www.rothaarsteig.de/Rothaarsteig3/Rothaarsteig-Audiowege2/Ginsberger-Heide finden Sie einige Audiodateien zum Gebiet.

Ansprechpartner: Biologische Station Siegen-Wittgenstein

-