44 Oberes Edertal

Der Rothaarkamm mit den Quellgebieten von Eder, Sieg und Lahn ist ein Refugium seltener Lebensräume und Arten. Ausgedehnte Buchenwälder, Moore  und offene Bachtäler kennzeichnen diese Region.

Oberes Edertal (Ursula Siebel)
Oberes Edertal (Ursula Siebel)

Der Rothaarkamm - wasserreich

Eder, Lahn und Sieg entspringen im europäischen Naturschutzgebiet „Rothaarkamm und Wiesentäler“. Der Rothaarkamm ist eine Wasserscheide, denn Lahn und Sieg fließen zum Rhein, die Eder zur Fulda und in die Weser. Außer den Hauptquellen entspringen hier noch zahlreiche weitere Quellen, deren Wasser in kleinen Bächen talabwärts fließt. Diese Bäche sind meist naturnah und beherbergen eine große Anzahl verschiedenster Tiere. In direkt benachbarten Bächen konnten sich verschiedene regionale Fischrassen entwickeln. Wenn nämlich der eine Bach in den Rhein entwässert, der andere aber in die Weser, sind die ständig im Wasser lebenden Tierarten wirkungsvoll voneinander getrennt.

Im Jahr 1991 ist die Ederquelle (3) renaturiert worden. Im Edertal hat der Blaue Eisenhut mittlerweile große Flächen erobert, nachdem die Fichten dort entfernt wurden. Die Eder beherbergt sogar die seltenen Bachneunaugen und die Groppe.

... und waldreich

Der Bereich unterhalb der Eder-Quelle ist vermoort. Durch die permanente Wassersättigung des Bodens ist aus abgestorbenen Pflanzen Torf entstanden, der den Untergrund eines Birkenbruchwaldes bildet. Auf dem sehr sauren Boden bilden Moorbirken eine lückige Baumschicht. Die Bäume sind nicht sehr standfest und brechen leicht um – daher der Name „Bruchwald“. Im lichten Schatten der Bäume gedeihen nässe- und säuretolerante Arten wie verschiedene Farne, Wollgräser, Waldschachtelhalm und Wald-Hainsimse. Im Frühling erscheint ein kleines zartes Pflänzchen mit weißen Blüten: der ansonsten seltene Siebenstern. Auf einem Steg kann man einige Schritte in den Bruchwald hineingehen. Weitere Birkenbruchwälder finden sich auch noch talabwärts. Im Bereich des Rothaarkamms sind noch ausgedehnte Rotbuchenwälder erhalten geblieben.
Die Gewalt eines Sturmes können Sie hautnah nachempfinden bei einer Wanderung entlang des Kyrillpfades. Hier sind die umgestürzten Bäume so liegen geblieben, wie der Sturm sie im Januar 2007 umgeworfen hat. Ein Pfad, angelegt durch das Regional-Forstamt, führt durch das Baumgewirr (2).

Der Mittelpunkt des Kreises Siegen-Wittgenstein wird von einem Felsblock markiert. Von hier nach Norden erstreckt sich - das Edertal abwärts - ein großer, nasser und mooriger Grünlandbereich, die so genannte Schwanche. Die Flurbezeichnung Schwanche stammt aus der Zeit der Waldrodung und Waldverwüstung im 15. Jahrhundert - „swant“ ist ein mittelhochdeutscher Ausdruck für Waldrodung.

Hohenroth - vom Forsthaus zum Waldinformationszentrum

Im Kreuzungsbereich zweier alter Straßen – der Eisenstraße und der Kohlenstraße - liegt das Forsthaus Hohenroth. Nach einer wechselhaften Geschichte begann 2002 die Renovierung und der Umbau zum „Waldinformationszentrum Forsthaus Hohenroth“, einem Gemeinschaftsprojekt des Regionalforstamtes Siegen-Wittgenstein und des Vereins „Waldland Hohenroth“ mit angeschlossenem Café Waldland.
Neben dem Forsthaus befindet sich ein 50 Hektar großes Wildgehege mit heimischem Rotwild und mesopotamischem Damwild, welches hier - als besonderes Artenschutzprojekt – nachgezüchtet werden soll. Von einer Aussichtsplattform lassen sich die Tiere gut beobachten.

Unter http://www.rothaarsteig.de/Rothaarsteig3/Rothaarsteig-Audiowege2/Ederquellgebiet-und-das-Forsthaus-Hohenroth finden Sie einige Audiodateien zum Gebiet.

Ansprechpartner: Biologische Station Siegen-Wittgenstein

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