45 Trupbacher Heide

Vom Truppenübungsplatz zum Naturschutzgebiet - wo vor einigen Jahren noch Panzer fuhren, erstreckt sich heute ein Naturschutzgebiet mit besonderen Lebensräumen und seltenen Tier- und Pflanzenarten.

Trupbacher Heide (Ursula Siebel)
Trupbacher Heide (Ursula Siebel)

Aus militärischer Vergangenheit in eine friedliche Zukunft

Der von 1936 bis 1993 betriebene Truppenübungsplatz auf der Trupbacher Heide liegt auf dem Gebiet der beiden Städte Freudenberg und Siegen. Als in den Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts das Gelände der Wehrmacht zur Verfügung gestellt werden sollte, enteignete man kurzerhand das Land. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs brach man einen Teil des Geländes um, weil Ackerland benötigt wurde. Die ab 1951 in Siegen stationierten belgischen Streitkräfte vereinnahmten das Gelände als Truppenübungsplatz. Nach Abzug des belgischen Militärs 1993 war die Bundeswehr noch eine Zeit lang auf einem kleinen Teil des Geländes aktiv.

Vielfältige Natur aus zweiter Hand

Der besondere Reiz des Gebietes liegt in dem kleinräumigen Mosaik verschiedenster, z.T. seltener Lebensräume und dem weitgehend waldfreien Höhenzug. Hier blieb eine Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten erhalten, die in der angrenzenden, intensiv genutzten Kulturlandschaft bereits verschwunden ist. Durch die militärische Nutzung und eine gleichzeitig naturverträglich betriebene Beweidung mit Schafen hat sich eine artenreiche, teilweise offene Landschaft mit Besen- und Ginsterheiden, Magerwiesen und Magerweiden und Borstgrasrasen eingestellt. Hier gedeihen Gemeines Kreuzblümchen und Echtes Tausendgüldenkraut, an sandigen, trockenen Wegrändern kann man das Berg-Sandknöpfchen finden. Viele Flechten überziehen den rohen, offen liegenden Boden. Besenheide nimmt große Flächen ein und säumt auf langen Strecken die Wege.

Die aus den ehemaligen Haubergen (Niederwäldern) hervorgegangenen Laubwälder bestehen überwiegend aus Birken und Eichen. Entlang der Bäche und in Quellbereichen finden sich stellenweise Erlenbestände.
Die sehr seltene Heidelerche nutzt die warmen und trockenen Magerrasen- und Heideflächen als Lebensraum. Ihr Nest legt sie gut versteckt auf dem Boden an. Außerdem ist das Gebiet ein wichtiger Rastplatz für durchziehende Vögel.
Zahlreiche gefährdete Schmetterlinge finden in den blütenreichen Wiesen und Weiden Nahrung und Lebensraum, wie z.B. Schwalbenschwanz, Wachtelweizen-Scheckenfalter, Kaisermantel oder auch Argus-Bläuling und Dukatenfalter.

An verdichteten Bodenstellen sind vielerorts Tümpel entstanden. In diesen Tümpeln laichen verschiedene Molcharten und der Grasfrosch. Viele Libellenarten legen ihre Eier hier ab, darunter die Große Pechlibelle, die Gemeine Heidelibelle und die Große Königslibelle

Ansprechpartner: Biologische Station Siegen-Wittgenstein

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