Moore

Pitschnass und sauer

Moor mit Schmalblättrigem Wollgras und Knabenkräutern (Katharina Wrede)
Moor mit Schmalblättrigem Wollgras und Knabenkräutern (Katharina Wrede)

Klimaschutz und Lebensraum zugleich

Moore sind sensible und leicht zerstörbare Ökosysteme, die – global betrachtet – große Bedeutung für das Klima haben. Obwohl sie lediglich 3 % der Landfläche bedecken, binden sie etwa 30 % des atmosphärischen Kohlendioxids.

Allen Mooren gemein ist eine mehr oder weniger dicke Torfschicht. Torf entsteht aus nicht oder nur unvollständig zersetzen Pflanzenresten. Die Pflanzen können nicht vollständig zersetzt werden, weil die Böden mit Wasser gesättigt sind und daher Sauerstoffmangel herrscht.

Die Entwicklung beginnt mit der Bildung von Niedermooren. Im Niedermoor hat die Torfdecke noch Kontakt mit dem Grundwasser. Wenn die Torfdecke so mächtig wird, dass sie den Kontakt zum Grundwasser verliert und nur noch von Regenwasser gespeist wird, hat sich ein Hochmoor entwickelt. Niedermoore sind etwas nährstoff- und artenreicher, Schilf- und Sauergras, verschiedene Binsen-  und Moosarten kommen hier vor. Hochmoore sind extrem nährstoffarm und sauer, hier dominieren die Torfmoose. Im Jahr wächst der Torfkörper nur etwa einen Millimeter. Die Entwicklung einer mehrere Meter dicken Torfschicht dauert also mehrere Jahrtausende.

Quell- und Hangmoore gehören zu den Niedermooren. Sie kommen in Südwestfalen als Hangquellmoore im Mittelgebirge vor. Hang- und Quellmoore entstehen dort, wo an sanft geneigten Hängen ganzjährig und gleichmäßig Quellwasser zutage tritt. Um den Quellaustritt herum ist der Torfkörper ständig wassergesättigt, dort können verhältnismäßig große Torfmächtigkeiten erreicht werden. In größerer Entfernung zur Quelle nimmt die Mächtigkeit des Moores bald ab.

Zu den Versumpfungsmooren gehören jene Niedermoore, die in den Senken, Mulden oder Flussniederungen einer flachwelligen Landschaft entstehen. Nördlich der Hellwegbörde, nicht weit vom Urstromtal der Lippe entfernt, konnten sich recht großflächige Versumpfungsmoore ausbreiten. Schon früh begannen die Menschen damit, die Moore zu entwässern, um so Grün- und Ackerland für die Landwirtschaft zu gewinnen. Die Gewinnung von Torf beeinträchtigte die Moore zusätzlich. Heute sind nur noch kleine Moorreste in den Hellwegbörden übrig geblieben. Diese Reste sind aus naturschutzfachlicher Sicht von besonderem Wert, da es sich bei ihnen, wegen des hohen Kalkgehalts der Böden, um seltene Kalkflachmoore handelt.

Im norddeutschen Tiefland – einem der ehemals moorreichsten Gebiete der Welt – wurden durch die Verwertung von Torf als Brennstoff und die Urbarmachung der Moorflächen für die Landwirtschaft weiträumig die Moore vernichtet. Ein zerstörtes Moor gilt aus Sicht des Naturschutzes als unersetzbar. Intakte Moore sind heutzutage äußerst selten und stehen unter europäischen Schutz.

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