Bruch- und Moorwälder

Bizarre Waldbilder auf ständig nassen Standorten

Erlenbruchwald (Antonius Klein)
Erlenbruchwald (Antonius Klein)

Seltene Waldtypen und hochgradig schutzwürdig

Bruch- und Moorwälder sind ästhetisch sehr reizvolle, eigenartige Wälder mit einer urtümlichen und leicht verwunschenen Anmutung. Sie sind gekennzeichnet durch einen ständig hohen Grundwasserstand, der Oberboden besteht aus einer Torfschicht.

Wegen der extremen Standortbedingungen handelt es sich meist um lichte Wälder mit spärlichem Baumbewuchs, deren Bäume vergleichsweise klein bleiben und bisweilen von krüppelartigem Wuchs sind. Nur wenige der heimischen Gehölzarten können überhaupt auf solchen Böden gedeihen. Sie müssen dafür einen permanent hohen Grundwasserspiegel, niedrige pH-Werte und ein geringes Nährstoffangebot tolerieren können. In Südwestfalen wächst die Karpatenbirke auf solchen Standorten.

Auf etwas besser mit Nährstoffen versorgten Böden bildet die Schwarzerle in unmittelbarer Umgebung von Quellen oder auf Niedermoorböden den Erlenbruchwald. Mit der Schwarzerle zusammen können einige Weidenarten sowie die Esche auftreten.

Wegen der vergleichsweise wenigen und schwachwüchsigen Bäume ist das Lichtangebot recht groß und der Bodenbewuchs durch krautige Pflanzen entsprechend üppig.

Heute existieren Bruch- und Moorwälder oft nur noch in Randbereichen größerer Moorkomplexe oder vereinzelt entlang von Moorgewässern. Es sind sehr seltene und stark gefährdete Biotope. Selbst kleine, noch intakte Bestände sind absolut schutzwürdig.

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