Wiesen und Weiden

Durch menschliches Wirken entstanden

Rotes Höhenvieh (Franz-Josef Stein)
Rotes Höhenvieh (Franz-Josef Stein)

Wichtiger Lebensraum für zahlreiche Pflanzen –und Tierarten

Als die Jäger und Sammler während der Steinzeit ihren Lebenswandel änderten und sesshaft wurden, mussten Ackerbau und Viehzucht fortan ihre Versorgung sichern. Das Vieh wurde zunächst zur Weide in den Wald getrieben, als Winterfutter dienten getrocknete Zweige mit Blättern.

Nachdem dann auch das erforderliche Mähwerkzeug – die Sense – erfunden worden war, trat Wiesen-Heu zur Winterversorgung der Nutztiere an die Stelle von Laub-Heu – die Geburtsstunde der Mähwiesen. Das ausgedehnte Grünland ist in unseren Breiten also durch menschliches Wirtschaften entstanden. Dort wo Mahd oder Beweidung eingestellt werden, würde langfristig wieder ein Wald entstehen.

In Südwestfalen ist das Grünland im Mittelgebirge vor allem in den Tälern verbreitet. Im Flachland des Kreises Soest gibt es fast nur noch in der Lippeaue und in den Naturschutzgebieten Grünland.

Grünland ist ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die sich im Laufe der Jahrhunderte an die Nutzung durch den Menschen angepasst haben. Artenreiche Wiesen mit zahlreichen Blütenpflanzen sind Lebensraum einen vielfältigen Insektenwelt. Vogelarten, wie Wiesenpieper, Braunkehlchen und Neuntöter finden im extensiv genutzten Grünland noch ausreichend Nahrung.

Wiesen

Wird eine Fläche als Wiese genutzt, also gemäht, verlieren alle Pflanzen gleichzeitig ihre oberirdischen Organe, also die Teile, die für den Stoff- und Energiehaushalt notwendig sind. Diejenigen Pflanzen, die sich besonders gut und schnell regenerieren können, werden durch die Mahd gefördert.

Ab Mitte des 20. Jahrhundert. erfolgte die Mahd zunehmend mechanisch. So konnten größere Flächen in kürzerer Zeit gemäht werden. Großräumige Flurbereinigungen, Kunstdünger und Gülle brachten höhere Erträge und ermöglichten eine mehrmalige Mahd. An die Stelle der früheren artenreichen und blütenbunten Heuwiesen, die maximal zweimal gemäht wurden, sind vielerorts artenarme Vielschnittwiesen getreten.

Weiden

Weidetiere sind wählerisch. Sie verbeißen nur bestimmte Pflanzen und oft auch nur einen Teil davon. Außerdem entstehen durch den Viehtritt immer wieder offene Bodenstellen, an denen Samen auskeimen können. Auf Weiden findet sich daher ein Mosaik aus kurz abgeweideten Bereichen, offenen Bodenstellen, stehengebliebenen und höherwüchsigen Pflanzen. Dort, wo nach der Beweidung nicht nachgemäht wird, können auch Sträucher hoch kommen. Die Pflanzenbestände von gemähtem Grünland und Weideflächen haben sich mit der Zeit unterschiedlich entwickelt, vor allem dort, wo eine stärkere Trennung von Wiesen und Weiden erfolgte. Aber auch hier hat sich die zunehmende Intensivierung negativ bemerkbar gemacht.

Der Standort macht´s

Zum einen ist die Bewirtschaftung  für die Ausprägung des Grünlandes ausschlaggebend, zum anderen aber auch der Standort. Das Zusammenspiel Wasserverfügbarkeit - Nährstoffangebot - klimatische Bedingungen führt zu ganz unterschiedlichen Pflanzenbeständen.

Auf von Wasser beeinflussten Böden entwickeln sich Nass- und Feuchtwiesen. Hier wachsen Pflanzen mit einem hohen Wasserbedarf wie die Sumpfdotterblume oder das Mädesüß. Zur Futtergewinnung dienen die Wirtschaftswiesen. Im Flach- und Hügelland sind dies Glatthaferwiesen, in höheren Lagen der Mittelgebirge Goldhaferwiesen. Magerwiesen und -weiden sind dort erhalten geblieben, wo nicht gedüngt wird.

Feucht- und Nasswiesen

Nass und artenreich

Glatt- und Goldhaferwiesen

Hohe Gräser und bunt blühende Kräuter

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