Blindschleiche und Schlingnatter

Eine echte und eine unechte Schlange

Blindschleiche (Axel M. Schulte)
Blindschleiche (Axel M. Schulte)

Die Blindschleiche ist bei uns häufig, die Schlingnatter selten

Die Blindschleiche (Anguis fragilis) gehört zur Familie der „Schleichen“ und ist in Mitteleuropa eine der häufigsten Reptilienarten. Die Tiere sind nicht blind, wie der deutsche Name vermuten lässt, auch wenn ihre Augen sehr klein sind. Der Name deutet auf die schimmernde und blendende Färbung der Tiere hin. Auch die langgestreckte und beinlose Form der Blindschleiche ist irreführend, da es sich nicht um eine Schlange handelt.

Blindschleichen nutzen eine Vielzahl von unterschiedlichen Lebensräumen und sind daher nicht selten, man trifft sie bevorzugt an sonnigen Plätzen an. Die Tiere sind tagaktiv, meiden aber im Sommer die Mittagshitze. Blindschleichen jagen in erster Linie Nacktschnecken, Regenwürmer und unbehaarte Raupen und sind daher nützliche Gäste in jedem Garten.

Die Schlingnatter (Coronella austriaca) oder Glattnatter gehört zur Familie der „Nattern“. Sie hat einen schlanken Körperbau und wird mit 60-70 Zentimetern nur etwa halb so groß wie eine Ringelnatter. Damit ist sie unsere kleinste einheimische Schlangenart.
Die ungiftigen Tiere tragen ein variables Muster aus dunklen Flecken auf einer braun-grauen Grundfärbung. Bei Männchen dominieren oft braune bis rötliche Farbtöne, während die Weibchen meist eher grau sind. Charakteristisch ist die Kopf- und Nackenzeichnung aus einem großen, dunklen, fast herzförmigen Fleck. Durch ihre Zeichnung ist die Schlange sehr gut getarnt. In Bewegung kann das Fleckenmuster dem Zickzackband der giftigen Kreuzotter ähneln.

Die Schlingnatter ist in Nordrhein-Westfalen stark gefährdet und kommt vor allem im Bergland vor. Sie ernährt sich als Nahrungsspezialistin bevorzugt von Eidechsen, verschmäht aber auch andere Kost nicht. Größere Beutetiere werden von ihr umschlungen und erstickt – eine Beutefangtechnik, die der Art zu ihrem deutschen Namen verholfen hat.

Die Schlingnatter lebt in reich strukturierten Lebensräumen mit einem Mosaik aus Einzelbäumen, lockeren Gehölzgruppen sowie grasigen und vegetationsfreien Flächen vor. Bevorzugt werden Sandböden oder besonnte Hanglagen mit Steinschutt und Felspartien. Schlingnattern sind tagaktiv, haben jedoch eine sehr versteckte Lebensweise. Die größten Chancen, sie zu sehen, bestehen beim morgendlichen Sonnenbad.

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