Wald- und Zauneidechse

Sonnenanbeter

Waldeidechse (Axel M. Schulte)
Waldeidechse (Axel M. Schulte)

Gefährdete Minisaurier

Zaun- und Waldeidechse gehören zur Klasse der Reptilien und zur Familie der Echten Eidechsen (Lacertidae).

Die Zauneidechse (Lacerta agilis) ist eine mittelgroße, gedrungene Eidechse mit einer Körperlänge von bis zu 24 cm. Sie ist auf der Oberseite gelbbraun, graubraun bis braun gefärbt und weist ein Fleckenmuster auf. Der Rücken hat seitlich einen hellen Streifen, der vom Kopf bis zum Schwanz reicht und teilweise unterbrochen ist. Zur Paarungszeit Ende März färben sich Kopf und Rumpf der Männchen intensiv grün. Nach der Paarung gräbt das Weibchen Röhren und legt dort 10 bis 15 Eier hinein. Die Jungen schlüpfen im August. Die Zauneidechse bewohnt offene Lebensräume, die aus vegetationsfreien und grasigen Flächen bestehen. In NRW gilt die Art als „stark gefährdet“, sie kommt in Südwestfalen eher im Tiefland vor.

Die Waldeidechse (Zootoca vivipara), auch Berg- oder Mooreidechse genannt, ist die kleinste heimische Eidechse. Sie kann bis 18 cm groß werden und hat einen eher kleinen, flachen Kopf. Die Rückenfärbung reicht von hell- bis dunkelbraun. In der Rückenmitte befindet sich ein dunkler Strich, der teilweise in Einzelflecken aufgelöst ist. Die Kehle ist weißlich bis bläulich, der Bauch gelblich, bei Männchen zur Paarungszeit orange bis rötlich gefärbt.

Der Artname vivipara weist auf die Art der Fortpflanzung hin. Waldeidechsen bringen 2 bis zwölf Junge lebendgebärend zur Welt - eine Anpassung an kältere Lebensräume. Im Gegensatz zur Zauneidechse besiedelt die Waldeidechse vegetationsreiche Strukturen. Sie kommt in Mooren, Heiden, Steinbrüchen und Wäldern vor. Die einst fast überall vorkommende, anspruchslose Art ist zunehmend auf den Roten Liste zu finden. In NRW steht die Art auf der Vorwarnliste. Dies ist ein Zeichen für den zunehmenden Verlust ungenutzter Landschaftselemente wie Hecken oder Ödland.

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