Fische der Mittelgebirgsbäche

Ein Leben unter Wasser

Bachneunaugen (Margret Bunzel-Drüke)
Bachneunaugen (Margret Bunzel-Drüke)

Strukturreichtum und Wasserqualität sind entscheidend

Einige Fischarten kommen fast ausschließlich in schnell fließenden, sauerstoffreichen Fließgewässern vor, wie sie in den Mittelgebirgen typisch sind. Dazu gehören Bachforelle, Bachneunauge und Groppe, auch Döbel, Hasel, Äsche und Elritze. Sie alle stellen hohe Ansprüche an die Wasserqualität und die Strukturvielfalt. Das Wasser muss kühl, sauber und reich an Sauerstoff sein, das Gewässerbett sowohl Flachwasserzonen als auch tiefere Kolke aufweisen. Kiesbänke mit einem intakten Lückensystem sind äußerst wichtig, denn dort legen die Fische ihre Eier ab. Bachforelle und Äsche vergraben die Eier regelrecht. Totholz und Wurzelgeflechte von Erlen und Weiden am Ufer bieten den Fischen Deckung.

Sind die Kiesbänke und ihr Lückensystem von feinen Sedimenten verstopft, ist die Entwicklung der Fischeier gefährdet. Und auch die kleineren Lebewesen der Gewässersohle, das sogenannte Makrozoobenthos, von dem sich viele Fische ernähren, können in verstopften Kiesbänken nicht leben.

Das feine Sediment wird z.B. bei Regen von Ackerflächen in die Fließgewässer gespült oder Weidetiere zertreten den Gewässerboden und wirbeln Schlamm auf.

Viele Fließgewässer sind in der Vergangenheit zur Entwässerung angrenzender Flächen oder für den Hochwasserschutz befestigt und begradigt worden. Man hat sie zu Vorflutern umgebaut, die das Wasser schnurgerade aus der Landschaft führen. Querbauwerke, wie Wehre, verhindern die für Tiere so wichtigen Wanderungen im Bach. Geschlossene Fichtenbestände am Ufer verursachen starke Beschattung und zusätzliche Versauerung. Und natürlich ist die Wasserverschmutzung durch den Menschen ein erheblicher Faktor.

An vielen Stellen hat man inzwischen Fließgewässer und ihre Auen renaturiert, mit dem Erfolg, dass es dort den Fischen und allen anderen Organismen wieder deutlich besser geht.

Bachneunauge

Kein echter Fisch

Bachforelle

Der Räuber im Bach

Groppe

Unter europäischem Schutz