Bachneunauge

Kein echter Fisch

Bachneunauge (Bernd Stemmer)
Bachneunauge (Bernd Stemmer)

Ein Leben lang im Substrat     

Neunaugen  gehören zu den Rundmäulern und sind damit eigentlich keine „echten“ Fische. Sie haben keine Ober- oder Unterkiefer, sondern einen mit Hornzähnen besetzten Saugmund. Der 10-15 cm lange aalartige Körper ist schuppenlos und auch paarige Flossen fehlen. Nur auf dem Rücken und im Schwanzbereich tragen sie einen flossenartiger Saum. Neunaugen haben sich seit 360 Mio. Jahren kaum verändert.      

Der Name „Neunauge“ ist irreführend. Vor jedem Auge befindet sich die Nasenöffnung, dahinter liegen in Reihe sieben runde Kiemenöffnungen. Also sieht der Betrachter von der Seite neun runde Öffnungen, die wie neun Augen wirken.

Die Bachneunaugen besiedeln kleinere, sauerstoffreiche, kühle Fließgewässer mit einer hohen Strukturvielfalt. Die Eier werden von den erwachsenen Tieren in selbst gegrabenen Laichgruben abgelegt und besamt. Nach Erreichung der Geschlechtsreife nehmen die adulte Neunaugen keine Nahrung mehr auf und sterben kurz nach der Fortpflanzung.

Wenn die Larven geschlüpft sind, graben sie sich im Schlamm ein. Hier leben die so genannten Querder drei bis fünf Jahre verborgen und ernähren sich von Algen, Kleinsttieren und abgestorbenem Pflanzenmaterial. Im Herbst beginnt die Umwandlung zum erwachsenen Tier. Die Augen werden sichtbar und die Zähne entwickeln sich. Der Darmtrakt verschwindet, dafür entwickeln sich die Fortpflanzungsorgane. Die nun 10 bis 16 cm langen, erwachsenen Bachneunaugen verlassen ihre Verstecke und schwimmen frei. Im Frühjahr werden sie geschlechtsreif und der Zyklus beginnt vor vorn.

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