Käfer

Gut gepanzert unterwegs

Hirschkäfer (Klaus Kretschmer)
Hirschkäfer (Klaus Kretschmer)

Vom Glücksbringer bis zum Jäger, vom Aasfresser bis zum Blumenfreund

Käfer sind mit 350 000 Arten die artenreichste Gruppe der Insekten. Die Vorderflügel liegen meist als feste Decken über dem Hinterleib. Darunter liegen zusammen gefaltet die häutigen Flügel. Der für Insekten typische dreigeteilte Körper ist bei den Käfern oft auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Ein Teil der Brust wird von einem Halsschild bedeckt, an den sich die Deckflügel nach hinten anschließen.

Käfer besiedeln eine Vielzahl verschiedener Lebensräume. Einige Arten, wie z.B. der heimische Gelbrandkäfer, leben sogar im Wasser.

Laufkäfer leben überwiegend am Boden und sind meist langgestreckt und durch ihre langen Beine gut zu Fuß. Die meisten Arten können fliegen, aber es gibt auch flugunfähigen Arten. Der heimische, leuchtend grün gefärbte Feld-Sandlaufkäfer ist aber ein flinker Läufer und guter Jäger. Er kann nur kurze Strecken fliegen. Spinnentiere und kleine Insekten sind seine Beute. Feld-Sandlaufkäfer bevorzugen offene oder nur schütter bewachsene Flächen auf sandigen Wegen oder sonnenbeschienenen Böschungen. Die Larve lauert dort eingegraben bis zum Kopf auf Beute.

Viele Käferarten sind auf den Lebensraum Holz angewiesen. Besonders die markanten Bockkäfer mit ihren langen Fühlern gehören dazu. Ihre Larven ernähren sich meistens direkt von Holz.

Als Schädling gefürchtet ist der Hausbock oder auch der eingeschleppte Asiatische Laubholzbockkäfer. Der Große Eichenbock kann über 5 cm lang werden und zählt zu den größten Käfern Mitteleuropas. Seine Larve lebt für ca. 3 bis 5 Jahre in alten, oft schon absterbenden Stieleichen. Über Generationen bleibt diese Art „ihrer Eiche“ treu. Auch der Hirschkäfer ist auf alte Eichenwälder spezialisiert. Die Männchen sind mit bis zu 7,5 cm die größten Käfer Mitteleuropas. Imposant ist ihr von den Oberkiefern gebildetes sogenanntes Geweih. Die bis zu 11 cm langen Larven entwickeln sich in Totholz, vor allem von Eichen. Sie benötigen bis zu 8 Jahren, um sich zu verpuppen. Die meisten der auf Alt- oder Totholz angewiesen Käferarten sind inzwischen bei uns stark gefährdet, da in unseren modernen Wirtschaftswäldern nur wenig Platz für alte und tote Bäume ist. Diese Käfer stehen daher unter Naturschutz.

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