Libellen der Fließgewässer

Wendige Jäger der Lüfte

Gebänderte Prachtlibelle (Birgit Beckers)
Gebänderte Prachtlibelle (Birgit Beckers)

Fliegende Schmuckstücke

Die meisten Libellenarten bevorzugen Stillgewässer. In den naturnahen Bächen der Mittelgebirge kann man aber auch Libellenarten beobachten, die speziell an diesen Lebensraum angepasst sind. Ihre Larven leben zwischen den Steinen der Bachsohle, wo sie sich von anderen Insektenlarven, Kleinkrebsen oder Würmern ernähren. Je nach Art dauert die Entwicklung bis zum erwachsenen Tier zwischen drei Monaten und fünf Jahren. Eine erwachsene Libelle lebt dagegen oft nur  zwei bis sechs Wochen.
Die Prachtlibellen gehören zu den schönsten und größten Kleinlibellen. Die Männchen fallen durch ihre metallisch schimmernde blau-grüne Färbung ins Auge. Zwei Arten kommen bei uns vor. Die Flügel der Männchen der Blauflügel-Prachtlibelle (Calopterix virgo) sind durchgehend blau gefärbt, während bei der Gebänderten Prachtlibelle (Calopterix splendens) die Spitze und der Ansatz der Flügel nicht gefärbt sind. Die Weibchen beider Arten sind bronzefarben mit braunen Flügel.

Während die Blauflügel-Prachtlibelle eher die kleinen, kühlen und sauberen Bäche der Mittelgebirge besiedelt, an denen sich sonnige und schattige Abschnitte abwechseln, kommt die Gebänderte Prachtlibelle eher an langsam fließenden Gewässern mit sandigem Untergrund vor. Sie ist daher eher im Flachland anzutreffen. Prachtlibellen zeigen ein ausgeprägtes Balzverhalten. Während die Männchen die Weibchen bei der Eiablage bewachen, stechen diese die Eier in lebendes Pflanzenmaterial ein, das zuvor von den Männchen markiert wurde.

Seltener, aber umso beeindruckender, sind die beiden schwarz-gelb-gezeichneten, grünäugigen Quelljungferarten. Als Großlibellen sind sie an den in Ruhestellung ausgebreiteten Flügeln erkennbar. Die seltenere Gestreifte Quelljungfer besiedelt die Quellregionen der Bäche. Die etwas häufigere Zweigestreifte Quelljunger findet man eher unterhalb der Quellregion zusammen mit der Blauflügel-Prachtlibelle.
Durch Begradigung, Vertiefung und Verrohrung der Bäche sowie durch waldbauliche Maßnahmen, wie den Anbau von Fichten, sind die Fließgewässerlibellen  gefährdet. Die genannten vier Arten sind daher gesetzlich geschützt.

-