Eichen

Imposant und enorm artenreich

Eiche (Ursula Siebel)
Eiche (Ursula Siebel)

Mächtige Bäume mit vielen Funktionen

Zwei sehr ähnlich aussehende Eichenarten sind bei uns heimisch, die Trauben- und die Stieleiche.

Die einzelnen Früchte der Stieleiche sind lang gestielt, die der Traubeneiche stehen zu mehreren an sehr kurzen Stielen und wirken daher wie eine Traube. Beide Arten können rund 40 Meter hoch werden. Sie besiedeln unterschiedliche Standorte.

Während die Traubeneiche in milden Lagen mit lockeren Stein- und Lehmböden wächst, verträgt die Stieleiche auch kältere Bedingungen. Sie benötigt aber Böden mit einem guten Wasserhaushalt, die auch gerne etwas feuchter sein können. Die Traubeneiche ist eine wichtige Waldbaumart des Hügellandes und der tieferen Gebirgslagen. Die Stieleiche findet man bevorzugt in Auenwäldern der Ebenen.

Wie keine andere Baumart der heimischen Wälder bieten Eichen Lebensraum für andere Organismen. Zahlreiche Pilzarten besiedeln alle Teile der Eichen, von der Eichel, über den Keimling, die Blätter, die Rinde bis zum Holz. Hunderte Insektenarten leben auf Eichen, man kennt allein über  500 Käferarten.

Eichen sind für den Menschen wertvoll. Ihre Früchte dienten in früheren Zeiten der Schweinemast und sind auch für die menschliche Ernährung durchaus geeignet. Sie enthalten viel Stärke, Öl, Zucker und Eiweiß.

Die Rinde der Eichen enthält relativ große Mengen an Gerbstoff und diente daher früher zum Ledergerben. Die Eichenlohe, also die Rinde, wurde – bis zur Entwicklung von chemischen Gerbmitteln – auch im Siegerländer Hauberg gewonnen. Auch heute noch nutzt man die Rinde junger Triebe zu Heilzwecken.  Die Gerbstoffe wirken zusammenziehend und entzündungshemmend.

Manchmal wachsen an den Eichenblättern seltsame runde Gebilde, die sogenannten Galläpfel. Hierin leben die Larven bestimmter Wespenarten, der sogenannten Gallwespen.  Die Pflanze reagiert auf den Eindringling mit einer Wucherung des Blattgewebes. Diese Galläpfel sind besonders reich an Gerbsäure. Schon seit dem Altertum wird aus Galläpfeln daher Tinte hergestellt.

Das Holz der Eichen ist hart und zäh und sehr haltbar. Es ist daher für den Menschen besonders wertvoll. 

Mit  500 bis über 1000 Jahren können Trauben- und Stieleichen deutlich älter werden als Buchen und sind eine der langlebigsten heimischen Baumarten.

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