Schwarz-Erle

Nasse Füße -  kein Problem

Erlenzapfen (Ursula Siebel)
Erlenzapfen (Ursula Siebel)

Ein Luxusleben mit Hilfe von Bakterien

Die Schwarz-Erle ist ein sommergrüner Laubbaum, der sehr schnell wächst, aber nur ca. 120 Jahre alt werden kann. Der Name Erle ist germanischen Ursprungs und bedeutet „rötlich“. Das Holz verfärbt sich bei Verletzung orangerot, daher wird sie auch Rot-Erle genannt. Die im Alter schwärzliche Rinde nutzte man früher zum Schwarzfärben – daher Schwarz-Erle. Weitere mitteleuropäische Erlenarten sind die natürlicherweise im Gebirge vorkommende Grau-Erle und die strauchförmige Grün-Erle, die ebenfalls eine Art der höheren Lagen ist.

Insbesondere in Überschwemmungsbereichen oder an grundwassernahen Standorten fühlt sich die Schwarzerle wohl. Daher bildet die Art Auenwälder entlang von Bächen in Bereichen, die zeitweise überschwemmt werden oder Bruchwälder an von Grundwasser beeinflussten Standorten. Hier hat sie sich optimal angepasst.

Ein spezielles Durchlüftungssystem ermöglicht es der Schwarzerle, Luft von der Stammbasis bis in die Wurzeln zu leiten, die damit bis in ständig wassergesättigte, sauerstoffarme Bereiche bis zu vier Meter tief vordringen können. Schwarz-Erlen haben damit das tiefste Wurzelsystem unserer einheimischen Bäume überhaupt und können daher bei Überschwemmungen das Gewässeruferstabilisieren und vor Erosion schützen.

Eine weitere Anpassung  verschafft der Schwarzerle einen großen Vorteil. Luftstickstoff bindende Bakterien leben in kleinen Knöllchen an den Wurzeln und versorgen die Erle mit lebenswichtigem Stickstoff. Denn obwohl Stickstoff in der Luft reichlich vorhanden ist, fehlt er oft im Boden. Die Versorgung durch die Bakterien ist so gut, dass Schwarz-Erlen im Herbst ihre Blätter grün abwerfen. Im Gegensatz zu allen anderen Laubbäumen müssen sie vor dem Blattabwurf nicht die Nährstoffe abziehen. Das stickstoffreiche Laub der Erlen ist eine wichtige Nahrungsquelle für die Bachbewohner (s. Makrozoobenthos).

Schwarz-Erlen können 35 bis 40 Meter hoch werden. Ihr Holz ist unter Wasser extrem haltbar. Venedig steht z.T. auf Erlenstämmen und sogar schon die jungsteinzeitlichen Pfahlbauten wurden auf Erlenstämmen errichtet.

Heutzutage sind Erlenbrüche und Auwälder selten geworden und stehen unter Schutz.

-