Wacholder

Mit spitzen Nadeln gegen hungrige Mäuler

Wacholderbeeren (Ulrich Haufe)
Wacholderbeeren (Ulrich Haufe)

Nicht nur für Wacholderschnaps gut

Als nach der Eiszeit die Wiederbewaldung Mitteleuropas einsetzte, war der Gemeine Wacholder eines der ersten Gehölze, die sich ansiedelten. Die anspruchslose Pflanze verträgt magere, sandige, saure oder auch trockene Standorte. Heute ist er in Heiden, Mooren, lichten Wäldern sowie auf Magerweiden zu finden.

Der kleine, langsam wachsende Nadelbaum trägt spitze, stechende Nadeln. Die säulenförmige Krone wird von mehreren Stämmen getragen. Das wertvolle Holz des Wacholders findet für Drechslerarbeiten, aber auch zum Räuchern Verwendung.

Der Wacholder ist zweihäusig, d. h. es gibt männliche und weibliche Individuen. Damit der Wind seine Bestäubungsaufgabe verrichten kann, dürfen männliche und weibliche Pflanzen nicht zu weit voneinander entfernt stehen. Die Früchte, die sogenannten Wacholderbeeren, sind im eigentlichen Sinne keine Beeren, sondern verwachsene und fleischig gewordene Zapfen. Sie benötigen drei Jahre von der Blüte bis zur reifen Frucht. Daher findet man an den Sträuchern sowohl unreife grüne als auch reife, schwarzblau bereifte „Beeren“.

Vögel fressen die Früchte und scheiden die harten Samen wieder mit dem Kot aus. So erfolgt die Verbreitung der Samen, die freie Bodenstellen benötigen, um keimen und wachsen zu können. Dort wo früher auf den Gemeindeweiden viel Vieh weidete, gab es immer ausreichend offene Bodenstellen, damals galt der Wacholder als Weideunkraut. Um heutzutage eine Naturverjüngung zu erreichen, müssen in Wacholderheiden freie Bodenflächen durch Abplaggen geschaffen werden. Heute steht der Wacholder unter Schutz.

Wacholderbeeren sind ein beliebtes Gewürz, das Speisen bekömmlicher macht. Schon seit der Frühzeit ist aber auch ihre Heilkraft bekannt. Sie wirken harntreibend, verdauungsanregend, antiseptisch und antirheumatisch und lassen sich sogar zu Schnaps vergären.

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