Fledermäuse

Mit einmaligen Fähigkeiten unterwegs

 

Kolonie des Großen Mausohrs (Michael Frede)
Kolonie des Großen Mausohrs (Michael Frede)

In der Dunkelheit ohne Nachtsichtgerät              

Fledermäuse können in völliger Dunkelheit fliegen, denn sie nutzen Ultraschall, um sich zu orientieren Ähnlich einem Radargerät senden sie Ultraschallwellen aus, die von Strukturen in ihrer Nähe reflektiert und von den Fledermäusen wieder empfangen werden. Auf diese Weise können sie selbst in dichten Baumkronen oder Höhlensystemen manövrieren. Ganz nebenbei nehmen sie noch die Geräusche wahr, die Beutetieren beim Fliegen, Krabbeln oder Rufen von sich geben.

Bei der rasanten Jagd schlägt das Herz mit einer sehr hohen Frequenz: das extrem sauerstoffreiche Blut kann mit mehr als 850 Schlägen pro Minute durch die Adern gepumpt werden.

Wenn durch kalte Temperaturen im letzten Jahresviertel die Dichte ihrer Beutetiere (hauptsächlich Insekten) abnimmt, ziehen sich Fledermäuse in Höhlen, Stollen, Gebäude o.ä. zurück, in denen die Temperatur nicht dauerhaft unter 0 Grad Celsius sinkt. Hier verkriechen sie sich in engsten Spalten oder hängen reglos kopfüber unter der Decke. Nur wenn sie unbedingt müssen, wechseln sie im Winter ihren Schlafplatz. Dann wird die Herzfrequenz auf bis zu 20 Schläge pro Minute reduziert.

Im Frühjahr erwachen die Tiere. In den Weibchen, die sich meist schon im Herbst verpaart haben, findet nun die Befruchtung mit Spermien statt, die über Winter im Mutterleib geruht haben. Während der Embryo heranwächst, bilden die Weibchen größere Gruppen zur Geburt der Jungen (meist eines). Die Quartiere dieser Weibchen werden Wochenstuben genannt. Sie müssen gut mit insektenreichen Nahrungshabitaten vernetzt sein.

In ihren Lebensräumen brauchen Fledermäuse Strukturen wie Bäume, Hecken oder Gebäude zur Orientierung mittels Ultraschall.

Für manchen Arten kann eine mehrspurige Straße oder ausgeräumte Agrarlandschaft zu einer Barriere werden. Stimmt die Nahrungsverfügbarkeit im Umfeld einer Wochenstube (Nahrungsflüge können bei einigen Arten weiter als 20 Kilometer weit weg führen), werden die jungen Fledermäuse im Spätsommer selbständig.

Für die erwachsenen Tiere beginnt dann wieder die Paarungszeit.

Bisher sind in NRW 21 Fledermausarten nachgewiesen worden, zwei davon gelten hier momentan als ausgestorben.

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